Werner & Mertz bei G7 Workshop

Werner & Mertz fordert mehr Denken in echten Kreisläufen

Beim internationalen G7 Workshop in Berlin stellt das Mainzer Unternehmen seine Recyclat-Initiative als best practice-Beispiel für Deutschland vor

Mit seiner Forderung nach einem umfassenden Wertstoffgesetz als mutigen Schritt zu mehr Nachhaltigkeit hat Reinhard Schneider, Geschäftsführender Gesellschafter der Werner & Mertz-Gruppe in Mainz, während des G7 Gipfel Ressourcen-Effizienz in Berlin für Aufsehen gesorgt. Vor einem internationalen Publikum referierte Schneider als einziger Repräsentant deutscher Unternehmen innerhalb des Workshops „Ressourceneffizienz fördern“ zur Recyclat-Initiative, mit welcher der Mainzer Hersteller für Reinigungs- und Pflegemittel branchenübergreifend ein „best-practice“-Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit abgibt. „Anreize für recyclingfähige und wichtiger noch Recyclat beinhaltende Verpackungen, z.B. über eine Reduktion der dafür veranschlagten DSD Gebühren könnten den Weg freimachen für Investitionen in eine Aufbereitungstechnologie, die eine Verbrennung von Kunststoffen überflüssig machen. Denn die sogenannte thermische Verwertung kann im Sinne von Nachhaltigkeit nicht akzeptiert werden“, verdeutlichte Schneider seine Haltung gegenüber der gängigen Praxis in der Abfallwirtschaft. Schneider kam auf Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums zum G 7-Workshop, der dem G7-Gipfel nachfolgt.

Die Recyclat-Initiative könne eine sinnvolle Lösung sein, die haushaltsnahe Quelle Gelber Sack als bislang ungenutzte Quelle für das Recyceln von PET-Verpackungsmaterial zu nutzen. Dank innovativer Laser-Technik des Karlsruher Herstellers für Sensorsysteme, UNISENSOR, ist es Werner & Mertz gelungen, Verpackungsmaterial aus gebrauchten PET-Verpackungen in feinste Einzelteile zu fraktionieren, um ein lupenreines PET-Recyclat und damit einen belastbaren sekundären Rohstoff zu erhalten, der wiederverwendbar ist und somit in einem geschlossenen Kreislauf bleibt. „Transparentes PET hat die herausragende Eigenschaft, dass hier ebenfalls beliebig häufiges Recycling auf höchstem Niveau möglich ist. Diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen“, ermutigte Schneider andere Unternehmen, an der Recyclat-Initiative mitzuwirken. Bisher beteiligen sich REWE, der Verpackungshersteller ALPLA, DSD Duales System Deutschland und der NABU an der Recyclat-Initiative. Gemeinsam bündeln die Partner ihr fachliches Know-how und setzen sich dafür ein, neue Technologien wie die Laser-Feinsortierung stärker zu nutzen und deren Einsatzmöglichkeiten in der industriellen Herstellung von Verpackungen zu optimieren.

„Wenn sich neuartige Sortiertechnologien demnächst auch wirtschaftlich lohnen, besteht eine reelle Chance, dass auch außerhalb von Deutschland Plastikverpackungen nicht mehr verbrannt oder deponiert werden und dadurch der Eintrag von Plastikmüll in die Weltmeere signifikant reduziert werden kann“, wandte sich Schneider an die internationalen Gäste. „Eine ähnliche Entwicklung ist in den vorigen Jahren bereits mit dem Wertstoff Aluminium gelungen. Weltweit ist bekannt, dass die Rückführung von Alu-Verpackungen finanziell lohnt, da ein Recycling ohne jeglichen Qualitätsverlust machbar ist.“

Mittlerweile wurde die Recyclat-Initiative mehrfach preisgekrönt und erst im vergangenen Jahr mit dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet.

Bild: Reinhard Schneider, Geschäftsführender Gesellschafter Werner & Mertz und Initiator der Recyclat-Initiative.

Fotos: Sabeth Stickforth / Werner & Mertz

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