Werner & Mertz präsentiert aktive Kreislaufwirtschaft

Gemeinsames Engagement für die Kreislaufwirtschaft auf der ISSA/Interclean 2016 (v. l. n. r.): Reinhard Schneider, Inhaber und Geschäftsführer der Werner & Mertz-Gruppe, Dr. Hugo Maria Schally, Referatsleiter Öko-Innovation und Kreislaufwirtschaft, Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission und Frank Vancraeyveld, Geschäftsführer der tana-Chemie GmbH und Leiter der Sparte Professional der Werner & Mertz-Gruppe. Photo: Werner & Mertz/Thomas Häfner

Mit dem neuen EU-Kreislaufwirtschaftspaket und seinen Vorteilen für den professionellen Reinigungssektor beschäftigte sich das Forum „Redefining Innovation – Opportunities of the EU Circular Economy package for the professional cleaning industry“ am dritten Messetag der ISSA/Interclean in Amsterdam.

Hauptreferent Dr. Hugo Maria Schally, Referatsleiter Öko-Innovation und Kreislaufwirtschaft, Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission, informierte über das EU-Paket zur Kreislaufwirtschaft. So gab er den Anwesenden nicht nur einen fundierten Überblick über das Paket, sondern betonte dessen Potential für den Reinigungssektor durch die Verbesserung von weltweiter Wettbewerbsfähigkeit, Förderung von nachhaltigem Wirtschaftswachstum und dem Schaffen neuer Arbeitsplätze.

Wie Kreislaufwirtschaft in einem Unternehmen in der Praxis funktioniert, bewies Reinhard Schneider, Öko-Pionier, Inhaber und Geschäftsführer der Werner & Mertz-Gruppe. Das Mainzer Familienunternehmen in vierter Generation gilt als Vorreiter in der ganzheitlichen nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. „Nachhaltigkeit in sämtlichen unternehmerischen Entscheidungen erlebbar zu machen, schafft Vertrauen“, erläuterte Schneider. Ein Vertrauen, das sich die Marke Frosch und das mittelständische Unternehmen Werner & Mertz in den zurückliegenden 30 Jahren als europäischer Nachhaltigkeitspionier beharrlich erarbeitet habe. „Als Lenker eines Familienunternehmens mit einem längeren Planungshorizont als beispielsweise ein börsennotierter Konzern kann man sicherlich andere Entscheidungen fällen, die dann im besten Fall eine Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie darstellen.“

Werner & Mertz setzt sich gemeinsam mit seinen Partnern in der Recyclat-Initiative für einen echten Kreislauf des Verpackungsmülls ein, in welchen auch Kunststoff-Verpackungen aus dem Gelben Sack bereits erfolgreich eingebunden werden. „Wir verfolgen ein echtes Kreislaufprinzip mit dem Ziel, ohne Rohöl für die Produktion von Plastikverpackungen auszukommen und stattdessen einen Wertstoff aus einer bisher ungenutzten Quelle so hochwertig aufzubereiten, dass er als Basis für sogar lebensmitteltaugliche Verpackungen dient“, sagte Reinhard Schneider, der die Initiative 2012 ins Leben rief. Statt eines Downcyclings des Plastiks zu minderwertigen Materialien oder gar dessen Verbrennung, können durch den Einsatz modernster Sortiertechnik hochwertige Recyclate hergestellt werden ohne den Einsatz von Rohöl. „Wir können so nicht nur PET-, sondern auch HDPE-Kunststoffe wiederverwerten“, so Schneider. Des Weiteren bedeute das Arbeiten in einem echten Kreislauf weniger Gefahr für andere Ökosysteme und weniger Verschmutzung durch Plastik in den Ozeanen. „Mikroplastik wird ein großes Thema werden in der Zukunft“, prognostizierte Schneider.

Frank Vancraeyveld, Geschäftsführer der tana-Chemie GmbH und Leiter der Sparte Professional der Werner & Mertz-Gruppe, präsentierte die Vorteile der Nachhaltigkeit für die professionelle Reinigung. Er ist überzeugt davon, dass Werner & Mertz die Reinigungswelt mit den „green-Effective®“-Lösungen verändern kann, indem man nicht einfach „Dinge richtig macht“, sondern die „richtigen Dinge richtig macht“. „Über sechs Millionen Menschen sind täglich mit professioneller Reinigung beschäftigt. Während ihrer Arbeit sind sie dem Reinigungsmittel ausgesetzt. Kreislaufwirtschaft ist eine echte Gelegenheit, nun die richtigen Entscheidungen zu treffen und geeignet, den professionellen Reinigungssektor zu verbessern“, sagte er.

Vancraeyveld stellte außerdem das nächste zukunftsweisende Konzeptprodukt „SANET platinum Concept 1.0“ vor. „Wir sind auf dem Weg zum ultimativen Qualitätslevel Cradle to Cradle™ PLATINUM“, verkündete Vancraeyveld, „hier auf der ISSA/Interclean stellen wir unser Konzeptprodukt, den Sanitärreiniger „SANET plantinum Concept 1.0“ vor, der eine neue Stufe der perfekten Wiederverwertbarkeit von Materialien in all unseren Produkten ankündigt.“ Nicht nur die Reinigungsflüssigkeit basiere auf 100 Prozent erneuerbaren Rohmaterialien, sondern auch für die Produktion der Flaschen (HDPE) und der Verschlüsse (PE) werde auf 100 Prozent post-consumer Recyclat zurückgegriffen, erläuterte Vancraeyveld. Der Geschäftsführer kündigte an, dass zwischen dem dritten Quartal 2016 und Sommer 2017 alle HDPE-ein-Liter-Flaschen von green care PROFESSIONAL aus Kunststoff aus dem gelben Sack gefertigt und zu 100 Prozent das Virgin-HDPE durch post-consumer HDPE ersetzt werden.